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Ameisen – besondere Insekten

Der Gedanke an Ameisen löst bei vielen von uns zwiespältige Gefühle aus. Auch bei mir. Wenn einen bei der Gartenarbeit plötzlich ein Krabbeln auf der Haut irritiert, so ist das oft eine Ameise, die auf Erkundung ist. Betrachtet man seine Pfingstrosenblüten, oder auch die jungen Rosentriebe, dauert es selten lange, bis man Ameisen sieht. Spontane Freude löst das wohl eher nicht aus. Befasst man sich näher mit diesen kleinen Wesen, sind sie allerdings durchaus spannende Tierchen. Weltweit gibt es rund 15 000 Arten von Ameisen. Bei uns in Europa sind jedoch „nur“ rund 200 Arten heimisch. Auch wenn so manche Gärtnerin und so mancher Gärtner diese Tierchen nicht sehr schätzt, Ameisen sind für das ökologische Gleichgewicht wichtig und Ameisen spielen im Ökosystem eine mehrfache Rolle.

Die häufigsten Ameisenarten in  Gärten

 

Die Schwarze Wegameise siedelt überall. Sie lebt u.a. an Waldrändern, in Gärten unter Gehwegplatten, im Rasen und in Mauerspalten. Diese Ameise ernährt sich vorwiegend vom Honigtau. Schwarze Wegameisen betreuen Blattläuse wie Milchkühe, die sie regelmäßig „abmelken“ und die sie auch gegen Feinde verteidigen. 

Die Rote Gartenameise lebt bevorzugt in Wiesen mit höherem Gras, wo es nicht allzu trocken ist und in Laubwälder. Bei den roten Gartenameisen leben in jedem Nest neben den Arbeiterinnen viele Königinnen. Ihre Nester verteidigen diese Ameisen sehr aggressiv. Die rote Ameise ist ein Allesfresser und ernährt sich von Aas, Insekten, Honigtau und Nektar. 

Die gelbe Wiesenameise lebt in Erdnestern und baut dabei manchmal auch einen Erdhügel. Sie lebt vorwiegend unter der Erde. Dort „betreut“ sie Wurzellauskolonien, deren Umfang sich auf mehrere 10-Tausend Individuen belaufen kann. Wurzelläuse kommen bei ungünstigen Bodenbedingungen (verdichtet, staunasse aber auch sehr trockene Standorte) häufig vor. Ameisen in Blumentöpfen sind damit ein Hinweis auf ungünstige Bodenverhältnisse und damit einhergehend auf die Möglichkeit von Wurzelläusen, die an den Wurzeln von beispielsweise Obstbäumen, Sellerie, Endivie, Möhren oder auch Ribisel saugen.

Ameisen – ein Nützling

  • Ameisen sammeln im Garten Samen ein, und dabei wird auch Unkrautsamen von ihnen verwendet. Damit helfen Sie beim Jäten.

  • Ameisen sind Jäger. Täglich werden je nach Ameisenstaatgröße Mengen an Insektenlarven und Insekten von Ameisen erbeutet. Ameisen sind in der Bekämpfung von Schmetterlingslarven sehr wirkungsvoll. Ein durchschnittliches Volk Waldameisen mit rund 1 Million Ameisen vertilgt jährlich mehrere Million Larven, Raupen und Käfer, die sonst häufig die Bäume schädigen würden.

  • Ameisen sind die Müllabfuhr der Natur, da sie tote kleinere Tiere fressen.

  • Zusätzlich wird von den Waldameisen rund um ihre Häufen der Boden sehr sauber von jedem Material freigemacht, welches als Baumaterial brauchbar ist.

  • Ameisen sind selbst Nahrung für andere Tiere. Manche Spechte und auch der Dachs haben Ameisen zum Fressen gern. Ameisen machen einen großen Anteil an der Gesamtmasse der Insekten aus. 

  • Ameisen lockern durch das Graben unterirdischer Gänge den Boden tiefgründig auf und belüften ihn.

  • Ameisen haben ein faszinierendes Staatensystem und sind tolle Baumeister und sind damit ein spannendes Studienobjekt. 

Insektenfreundlich = ameisenfreundlich Gärtnern

Ameisen gehören einfach dazu und sind ein wichtiger großer Teil der Biomasse der Insekten. Auch wenn sie manchmal lästig sind und auch wenn sie beißen und uns mit ihrer versprühten Ameisensäure ihre unangenehmen Seiten zeigen können, in einem naturnah gestalteten Garten gibt es ein Gleichgewicht, wo sie ihre natürlichen Feinde haben und sie ihre wichtigen Funktionen einnehmen.

Ameisen umsiedeln – mittels Blumentopf

Wenn Ameisen im Garten ihr Nest an einem Platz bauen, wo wir mit ihnen überhaupt nicht klarkommen, so funktioniert beispielsweise das Umsiedeln von der Wegameise mittels mit Holzwolle gefülltem über das Nest gestülptem Blumentopf recht gut. Nach einigen Tagen siedeln die Ameisen in diesen Topf um und man kann den Topf inkl. Ameisen dann vorsichtig mit der Schaufel an einen entfernteren Platz umsiedeln.

 

Wir vom Siedlerverein freuen uns über alle, die sich für die Insektenvielfalt einsetzen und versuchen ihre Gärten möglichst naturnah zu gestalten.

Senden Sie uns Fotos von Ihren insektenfreundlichen Gärten. Als Anerkennung aber auch um diese wichtige Aktion mehr Menschen ins Bewusstsein zu rufen, möchten wir ihnen dann eine Plakette zum Anbringen im Garten übergeben.

 

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Die rote Waldameise ist nach dem oberösterreichischen Naturschutzgesetz geschützt

Es gibt Bereiche im Garten und rund um das Haus, wo wir Waldameisen nicht gerade entzückend finden. Die Waldameise darf jedoch in einem solchen Fall von uns selbst nicht umgesiedelt werden. Hierfür braucht es Umsiedlungs-Experten, die für die Umsiedlung von Waldameisen eine Genehmigung haben. 

Im Falle, dass man die rote Waldameise umgesiedelt haben möchte, wendet man sich daher an die Bezirkshauptmannschaft, welche einem dann diese Experten vermittelt. Bei der Umsiedlung werden die Ameisen mit einem eigens dafür entwickelten Sauggerät eingesaut und danach in einem Wald wieder freigelassen. Die rote Waldameise hat nur eine Königin und daher muss beim Umsiedeln sehr gut darauf geachtet werden, dass auch die Königin und die Brut mitabgesaugt wird. Für Gartenbesitzende ist diese Aktion kostenlos.

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